Infografik Smartes Quartier

Smarte Quartiere als Vorbild für smarte Städte

Von Carina Wilfer

Die Anforderungen der Menschen an das Leben in Ballungsräumen verändert sich stetig. Um den veränderten Bedürfnissen Rechnung zu tragen, spielt die Entwicklung von smarten Quartieren eine entscheidende Rolle. Die Herausforderung dabei ist, Altes mit Neuem zu verbinden. Das gewohnte Stadtviertel, in dem sich die Bürger wohl und zu Hause fühlen, wird mit den neuen digitalen Möglichkeiten der Smart City verknüpft. Diese anspruchsvolle Aufgabe kann nur gemeinsam und im lebendigen Austausch zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft gemeistert werden.

Die Vision einer intelligent vernetzten Stadt

Wir leben in spannenden Zeiten! Wer meint, unser Leben sei schon sehr komfortabel, es gäbe kaum Verbesserungspotenzial, der hat sich noch nicht mit der Vision einer intelligent vernetzten Stadt befasst. In einer smarten City werden dezentrale Energieerzeugungsanlagen und Speicher, Elektrofahrzeuge und Ladesäulen, sowie Public Services digital miteinander verknüpft. Das Zusammenrücken von Wohnen und Arbeiten in der Dienstleistungsgesellschaft, neue Mobilitätsanforderungen und steigende Anforderungen an den Klimaschutz stellen Kommunen, Energieversorger und Privatwirtschaft vor große Herausforderungen.

Zwar muss der intelligente Umgang und das Bewusstsein für den Einsatz großer Datenmengen für die smarte Stadtentwicklung erst erlernt und getestet werden. Wahr ist allerdings, dass mutige Schritte notwendig sind, um diese Vision mit Leben zu füllen und die Stadt an die veränderten Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Auf kleinerer Ebene spielt in diesem Zusammenhang die Entwicklung und Umsetzung von smarten Quartieren eine wichtige Rolle.

Wann ist ein Stadtquartier ein smartes Quartier?

Ein Smartes Quartier beschreibt ein räumlich zusammenhängendes Areal, in dem alle energetischen Vorgänge gesamtheitlich betrachtet werden, sodass den Bewohnern Mehrwertdienstleistungen angeboten werden können. Dies umfasst Strom, Wärme, Mobilität, Sicherheit, Telekommunikation und Informationsdienste. Die explizite und intensive Integration (Informationen, Einflussnahme) der Bewohner ist ein Kernbestandteil – Daten werden importiert, integriert, verarbeitet und wiederverwendet.

Fahrräder in der Stadt
(Bildquelle: Zachary Staines - unsplash.com)

Die Nähe im Quartier ermöglicht sozialen Austausch und gemeinsame Organisation verschiedener Verrichtungen, die im heutigen Alltag oft über die digitale Kommunikation erfolgen. In einem smarten Quartier gilt es, technologische Entwicklung zu nutzen und nach sinnvollen Lösungen für ein gutes Zusammenleben im Quartier zu suchen. Dabei sollen die Bedürfnisse und die Integration sämtlicher Bewohnerinnen und Bewohner im Zentrum stehen, seien dies Senioren, Familien oder Alleinerziehende.

Nach Auffassung der Deutschen Energie-Agentur (dena) sind entsprechend geplante Wohnviertel in der Lage, erhebliche Effizienzpotenziale in unterschiedlichen Sektoren – zum Beispiel Mobilität, komfortables Wohnen, Zusammenleben von Jung und Alt, Energieversorgung, Abfallwirtschaft, Umweltschutz – auszuschöpfen. So können Aufwand und Kosten gespart werden, wenn etwa barrierefreies Wohnen für ein ganzes Stadtviertel umgesetzt wird. Energieeffizient ist es auch, eine Nahwärmelösung für viele Wohneinheiten anstelle vieler einzelner Wärmesysteme zu installieren. Und eine vernetzte Infrastruktur von Elektrofahrzeugen, Park- und Ladesäulen, Heimspeichern und privater Stromerzeugung schont Energie und Ressourcen, verbessert das Leben der Menschen in ihrem Quartier und liefert einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.

Mögliche Ziele eines Quartierskonzeptes:

  • Energetische Sanierung des Gebäudebestandes
  • Effiziente Wärmeversorgung (Dezentrale ortsnahe Energieerzeugung mit Absicherung über Fernwärme)
  • Nutzung der Dächer als Photovoltaikfläche für „Mieterstrom“, d.h. direkte Nutzung des Stroms in den Häusern der Anwohner
  • Aufbau eines intelligenten digitalen Energiemanagements zur Optimierung der Systeme so, dass bei gutem Komfort erhebliche Kostenvorteile entstehen
  • Schaffung einer energieeffizienten Infrastruktur
  • Entwicklung von Lösungen für den Einsatz Erneuerbarer Energien
  • Klimagerechtes Mobilitätskonzept: Bereitstellen einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur für Elektromobilität inklusive Carsharing in der Siedlung
  • Parkraummanagement: Meldesysteme für freie Parkplätze auf der Straße zur Vermei-dung von Suchverkehr
  • Klimabewusstes Verbrauchsverhalten

Das Quartier als lebendiges Labor

„Smarte Quartiere“ sind nicht nur positiv für Bewohner, die Umwelt und lokale Unternehmen. Sie eignen sich auch hervorragend zur Stärkung des lokalen Innovations-Ökosystems. Städte wie Eindhoven oder Manchester haben in den letzten Jahren eindrucksvoll gezeigt, wie ein Quartier als lebendes Labor für lokale Startups und KMU dienen kann, wodurch diese ihre Innovationen erproben und demonstrieren können.

Smart Energy Karlsruhe – Seven2one von Anfang an dabei

Auch Karlsruhe hat sich ehrgeizige Ziele in Bezug auf Umweltschutz, Energie- und Ressourceneffizienz gesetzt. Diese sollen durch konsequente Energieeffizienzsteigerungen in Industrie, Gewerbe und kommunalen Liegenschaften erreicht werden. Als ein Baustein der jüngst verabschiedeten Energiestrategie der TRK entwickelt Seven2one zusammen mit Partnern energieautarke Zukunftsquartiere, um auch für kommende Generationen lebenswerte Umgebungen zu schaffen.

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