Parkhaus im Sonnenlicht

Keine Individualsoftware für die Energiewirtschaft ohne Plattform!

Von Jan Marco Heinz

Die zentrale Frage dieses Artikels kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Wir unternehmen also den Versuch, die wichtigsten Teilaspekte zu beleuchten und somit die Grundlage für die individuelle Beantwortung zu legen.

Um dabei nicht durch den überladenen Begriff der „Plattform“ abgelenkt zu werden, wird konsequent vom „Fundament“ der Individualsoftware die Rede sein. Gemeint ist alles, was zu Beginn der Erschaffung unserer Individuallösung bereits „fertig“ und „verfügbar“ ist.

Warum benötigt eine Individuallösung ein Fundament?

Individuallösungen kommen zum Einsatz, wenn neue Aufgaben und Probleme in der Energiewirtschaft auf einzigartige Weise gelöst werden müssen. Es ist offensichtlich, dass insbesondere Konzeption und Umsetzung dieser Lösungen aufgrund ihrer Einzigartigkeit nicht nach „Schema F“ durchgeführt werden können – und daraus ergibt sich ein zentrales Risiko:

„Erhalte ich, was ich brauche und wünsche?“

Durch die Verwendung eines geeigneten Fundaments können einige Aspekte dieser Frage positiv beantwortet werden. Konkret stellt die Verwendung eines guten Fundaments sicher, dass

  • die Qualität der Gesamtlösung professionellen Ansprüchen genügt,
  • die Lösung zu angemessenen Kosten umgesetzt werden kann und
  • die Lösung in einem kürzeren Zeitraum realisiert werden kann.

Ziele bei der Definition des Fundaments

Erschafft man ein Fundament, dann trifft man eine ganze Reihe von grundlegenden Entscheidungen. Diese Eigenschaften definieren den Spielraum, den jede auf dem Fundament aufbauende Fachlösung ausnutzen kann. Eigenschaften, die durch das Fundament nicht vorgesehen sind, können nicht oder nur unter großen Mühen eingebaut werden. Als Beispiele seien hier die Auswahl der unterstützten Betriebs- und Laufzeitumgebungen oder auch Sicherheitsmechanismen genannt.

Je präziser der fachliche Kontext eines Fundaments festgelegt werden kann, desto größer kann der Anteil an der Gesamtlösung sein. Im Extremfall, wenn die Fachlichkeit vollständig vorbestimmt ist, wird das Fundament zu einem eigenständigen Produkt, welches keine individuellen Erweiterungen oder Vervollständigungen benötigt. Im anderen Extremfall, wo im Rahmen der Softwareentwicklung die Fachlichkeit kaum sinnvoll eingegrenzt werden kann, muss das Fundament generische Konzepte verfolgen und ausreichend Spielraum für fachliche Erweiterungen lassen.

Neben der eigentlichen Funktion definiert das Fundament auch eine Meta-Architektur. Gemeint ist hiermit, dass einzig die vorgesehenen Architekturprinzipien für die darauf aufbauende Lösung verwendet werden können. Damit werden auch wesentliche Eigenschaften wie Flexibilität, Skalierungsoptionen und Modularität bereits im Fundament der Individualsoftware festgelegt.

Immer stärker in den Fokus gerückt sind heutzutage die Entwicklungs- und Betriebskonzepte. Das moderne Fundament definiert alle Prozesse, den kompletten Weg vom Quellcode bis zum Betrieb. Die Unterstützung gängiger Betriebsumgebungen erlaubt die Integration der Lösung in größere und stärker integrierte IT-Landschaften.

Plattformen heute

Die verfügbaren Bausteine für ein modernes Fundament, eine moderne Plattform, sind zahlreich geworden. Die Konzepte „der Cloud“ und das große und stetig weiterwachsende Ökosystem der Cloud-Dienste und -Komponenten haben die Möglichkeiten beträchtlich erweitert. Mit PaaS, SaaS, Containern oder auch DevOps verändert sich der Charakter im Vergleich zu älteren Plattformen erheblich.

Zusätzlich entwickeln sich auch „klassische“ Bausteine wie 3rd-Party Produkte, kommerziell oder Open Source, aber auch proprietäre Eigenentwicklungen, kontinuierlich weiter. Die sorgfältige Überprüfung des Reifegrades und damit der Verwendbarkeit in professionellen Lösungen sollte immer im Vordergrund stehen. Allzu einfach entsteht sonst ein Fundament voller Möglichkeiten, welches die Bewährungsprobe im Betrieb aber nicht besteht.

Die Vielfalt erzeugt also zwangsweise spezifischere Plattformen – der Auswahl der richtigen Plattform für eine neue Lösung muss also größere Aufmerksamkeit als bislang gewidmet werden. Da dazu jedoch auch umfangreiche konzeptionelle und technische Fähigkeiten benötigt werden, ist eine externe Beratung häufig empfehlenswert.

In eigener Sache

Seit Firmengründung haben wir bei Seven2one eine Vielzahl von höchst unterschiedlichen Fachanwendungen aufgebaut. Viele davon mit dem Ziel, die Energiewende weiter voranzutreiben. Alle diese Anwendungen basieren auf der Seven2one Plattform und ihren spezifischen Eigenschaften. Die aktuellsten Entwicklungen und Erkenntnisse im Feld der professionellen Softwareentwicklung haben uns gezeigt, dass wir eine zweite Plattform erschaffen wollen, um noch passgenauere Lösungen für unsere Kunden bauen zu können. Im Kern kann somit Technik und Fachlichkeit noch enger aneinandergekoppelt werden, was insbesondere den Betrieb der Lösungen deutlich vereinfachen wird.

Da diese Geschichte nicht so einfach zu erzählen ist, freuen wir uns auf das persönliche Gespräch mit Ihnen.

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