New York bei Nacht

Energieeffizienz – eine wichtige Säule der Energiewende

Von Carina Wilfer

Die große Transformation des Energiesektors ist mit einem Wechsel auf erneuerbare Energien allein nicht getan. Es besteht ein breiter gesellschaftlicher Konsens darüber, dass die Steigerung der Energieeffizienz in privaten Haushalten, Unternehmen und in der Industrie einen wesentlichen Beitrag für das Gelingen der Energiewende und den Klimaschutz darstellen.

Was ist Energieeffizienz?

Doch was genau versteht man eigentlich unter Energieeffizienz? Dass Wichtigste vorweg: Energieeffizienz ist nicht gleich Energie sparen! Sucht man nach einer Definition für Energieeffizienz im Netz, merkt man schnell: Es gibt nicht die eine Definition. Dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zufolge, bezieht sich Energieeffizienz immer auf das Verhältnis zwischen erzieltem Nutzen und eingesetzter Energie. Ziel ist es, einen gewünschten Nutzen mit möglichst wenig Energieeinsatz zu erreichen. Gemessen wird dabei zumeist nicht die absolute Energieeffizienz, sondern deren prozentuale Steigerung.

Warum braucht es eine effiziente Energienutzung?

Die Gründe für mehr Energieeffizienz sind so vielseitig wie einleuchtend. Als ressourcenarmes Land spielen die volkswirtschaftlichen Potenziale von Energieeffizienzlösungen gerade für Deutschland eine große Rolle. „Denn Energieeinsparung senkt nicht nur die Energiekosten, sie reduziert auch die Kapitalabflüsse in die Länder, die fossile Energie exportieren. Unterm Strich bleibt mehr Geld, das für Investitionen in Deutschland genutzt werden kann“, erläutert die Deutsche Energie-Agentur (dena). Deutschland stärkt dadurch auch seine Vorreiterrolle als Anbieter von Produkten, Systemen und Dienstleistungen für „Energieeffizienz made in Germany“. Damit ist Energieeffizienz nicht nur eine tragende Säule für die Energiewende, sondern auch für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft im internationalen Markt von großer Bedeutung.

Bezogen auf jeden Einzelnen und jedes Unternehmen stehen vor allem Kosteneinsparungen aber auch die Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Vordergrund. Wenn Gebäude weniger Heizwärme und Autos weniger Kraftstoff verbrauchen, können private Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ihre Energiekosten und zugleich ihren CO2-Ausstoß senken. Energieeffizienz ist auch ein Mittel zur Milderung später auftretender Knappheit, die etwa aus der Erschöpfung fossiler Energieressourcen resultieren wird. Ihre Verbesserung ist deswegen auch eines der zentralen Instrumente auf dem Wege zur Nachhaltigkeit der Energieversorgung. Hier eine unvollständige Liste, warum die Energieeffizienz gesteigert werden sollte:

  • Mehr Unabhängigkeit dank Verzicht auf fossile Energie-Importe
  • Sauberere Luft, weniger Schadstoffemissionen
  • Weniger CO2-Ausstoß bedeutet mehr Klimaschutz
  • Umweltkosten vermeiden
  • Energiekosten reduzieren
  • Energieeffizienz erhöht den Eigenverbrauch aus Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeicher
  • Bewussterer Umgang mit Energie und ein nachhaltiger Energiekonsum
  • Energieeffizienz bedeutet die Förderung von Innovationen, grünen Lösungen und Anwendungen
  • Unternehmensimage verbessern

Das Potenzial der Energieeffizienz in der Industrie

Etwa 44 Prozent der in Deutschland verbrauchten Endenergie entfallen auf die Sektoren Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Rund zwei Drittel dieser Endenergie werden hier in Form von Wärme benötigt. Mechanische Energie, etwa zum Betrieb von Motoren oder Maschinen, sorgt für circa ein Viertel des Verbrauchs; Raumwärme hat nur einen kleinen Anteil. Das zeigt wie wichtig es ist, vorhandene Einsparpotenziale zu erschließen.

Laut Umweltbundesamt besteht in den Sektoren Industrie und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen bei elektrischen Antrieben und den davon angetriebenen Aggregaten insbesondere bei Druckluft, Pumpen und Ventilatoren ein großes und wirtschaftliches Stromeinsparpotenzial von bis zu 44 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Auch beim Brennstoffverbrauch der zwei Sektoren Industrie und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen liegt noch ein erhebliches Einsparpotenzial vor. Es beträgt einer Studie zufolge für den Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen 33 Milliarden Kilowattstunden und für den Sektor Industrie 20 Milliarden Kilowattstunden.

Noch wird dieses große wirtschaftliche Potenzial nicht genutzt. Hierfür gibt es zwei Hauptgründe: Ein Mangel an Information und finanzielle Einschränkungen. Industrie- und Gewerbeunternehmen verwenden die verfügbaren Investitionsmittel vorrangig für das Kerngeschäft und stellen hohe Anforderungen an die Amortisationszeit von Energieeffizienzmaßnahmen (vielfach Soll-Amortisationszeit kleiner 1,5 Jahre).

Was kann die Industrie tun?

Die Maßnahmen sind sehr vielfältig und reichen von einfachen Modernisierungen elektrischer Antriebe und Beleuchtungssysteme bis hin zur intelligenten Verzahnung von Erzeugung, Verbrauch und Speicher – von der Datenerfassung über die Optimierung bis hin zur Fahrplanerstellung.

  • Abwärme/Prozesswärme nutzen
  • Blockheizkraftwerke (KWK, BHKW) nutzen
  • Solarthermie und Photovoltaik anbringen
  • Druckluft-Anlagen prüfen lassen
  • Regelmäßige Wartung der Heizung
  • Wärme nicht elektrisch erzeugen
  • Lüftungsanlage prüfen lassen
  • Energetische Sanierung der Gebäude
  • etc.

Von einzelnen Effizienzmaßnahmen zu ganzheitlichen Lösungen

Eine Recherche zum Thema Energieeffizienz zeigt, dass es viele Wege gibt Energie einzusparen. Die Kunst ist es, aus der Vielzahl von Lösungen und Anbietern sinnvolle Maßnahmen auszuwählen und diese in einem ganzheitlichen Konzept zu betrachten und zu optimieren. Angefangen beim Energieeinkauf über Umwandlung, Optimierung von Energieflüssen und Energieverbünden bis zur Veränderung von Betriebsabläufen: Ein ganzheitliches Energiemanagement trägt dazu bei, schrittweise die Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Betrieb zu verbessern und Ressourcenverbrauch und Umweltauswirkungen zu reduzieren.

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